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Kammerkonzert in der Villa Teresa in Coswig Im Reigen kammermusikalischer Programme haben Konzerte, die die Oboe in den Mittelpunkt stellen, eher Seltenheitswert - leider. Umso erfreulicher war es, dass die Veranstalter jetzt in der Villa Teresa diesem Umstand abhalfen und das auch hoch auf beglückend hohem Qualitätsniveau. Céline Moinet, Solooboistin der Sächsischen Staatskapelle, hatte mit Gaetano d'Espinosa (Violine), Michael Horwath (Viola) und Daniel Thiele (Violoncello) ein ausgesprochen kontrastreiches Programm zusammengestellt, das ihrem Instrument aus verschiedenen Blickwinkeln die Reverenz erwies. Mit ihrem klanglich geschmeidigen, technisch bravourösen und warmen Ton nahm sie sofort für sich ein. Höhepunkt zweifelsohne - die sechs Metamorphosen für Oboe solo op. 49 von Benjamin Britten (1951). ..... Als 19-Jähriger hat Britten 1932 seine Fantasie für Oboe und Streicher op. 2 geschrieben. ..... Die Oboistin tummelte sich hochkonzentriert in den rhapsodisch-lyrischen Äußerungen ihres Instrumentes, in wacher Partnerschaft mit ihren Streicherkollegen. Viel Freude machte auch die Wiedergabe der reizvollen Sonate für Violine und Violoncello von Luigi Boccherini durch Gaetano d'Espinoza und Daniel Thiele. Geradezu mit Leidenschaft kostete das Duo die musikalischen Bögen aus, zeichnete es mit liebevoller Akribie die Kontraste des Stückes. Eigentlich sollte das Allegro des Streichtrios B-Dur (D 471) der Beginn eines viersätzigen Werkes sein. ..... Genüsslich warfen sich die drei Musiker die Bälle in der blockartigen Rollenverteilung zu, voller Elan und heiterer Leichtigkeit. Zweimal Mozart rundete das Programm ab: das Oboenquartett F-Dur KV 370 und das Fragment KV 580a. In ersterem nimmt die dominierende Oboe die Funktion der 1. Violine ein - elegant in der Tongebung, mit blitzender Virtuosität (wenn gefordert), aber auch in lyrischer Schönheit schwelgend. Die Homogenität des Quartetts erwies sich als perfekt und lebendig. Das Fragment erklang hier in der Fassung für Englischhorn und Streicher. Die zauberhafte Klangwärme, der interpretatorische Feinschliff zogen die Hörer in ihrem Bann. M. Hanns
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