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Datum: 12.02.2002
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Kritiktitel: Beziehungen zwischen Cello und Tanz
Kritik: Wie die zwei Seiten einer Medaille kam mir diese Stunde in der Briesnit­zer Kirche vor. Der Cellist Daniel Thie­le musizierte auf sehr expressive Wei­se Solosuiten von Johann Sebastian Bach, und die Dresdner Tänzerin Kat­ja Erfurth setzte der instrumentalen Erfahrung ein getanztes Spiegelbild entgegen - mit einer geschmeidigen, sinnerhellenden Körpersprache, die die Hörer Bach ganz neu erleben ließ.
Bach schrieb seine sechs Solosuiten für Cello in den fünfeinhalb Jahren seiner Zeit in Köthen. ........Daniel Thiele musizierte die Num­mern zwei und sechs der gewiss nicht einfach zu spielenden Suiten hochkon­zentriert, sorgfältig die technisch diffi­zilen Klippen mit Akkordbrechungen, Doppelgriffen usw. meisternd. .....
Er erlag jedenfalls nicht der Gefahr, die raschen Tanzsätze virtuoser Hek­tik zu opfern. Die Ausdruckswerte der langsamen Sätze, z.B. der Sarabande in der• d-moll-Suite, hatten die gleiche emotionale Selbstverständlichkeit wie die der bewegteren. Daniel Thiele bot die ausgewählten Solosuiten mit präg­nanter Lebendigkeit, in einer in sich geschlossenen Wiedergabe, der nicht zuletzt durch Katja Erfurth ein beson­derer Tiefgang verliehen wurde.
Zwischen den Bach-Suiten erhob sich eine muntere Konversation von zwei Celli (zu Daniel Thiele gesellte sich Friedhelm Rentzsch) und einem Cembalo (Christine Hesse) in Luigi Boccherinis Sonate Nr. 4 Es-Dur. Das liebenswerte, farbenreiche Stück war in einer wunderbar lebendigen Art zu hören, wobei das fulminante, vor mu­sikantischem Elan nur so sprühende Allegro zum ganz speziellen Hörge­nuss avancierte.
 
 
 
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