| Kritik: | |
...Mit Werken von Mozart, Mahler, Schnittke und Brahms hatten die Musiker ein so kontrastreiches wie beziehungsreiches Programm gewählt, das tiefe Eindrücke hinterließ. Zum einen der Qualität der Kompositionen, zum anderen der Art und Weise der Interpretation wegen. Bereits in Mozarts Quartett Es-Dur KV 493 wurde offenkundig, dass die Musiker nicht eine nur wohlklingende, freundliche Fassung im Sinn hatten, sondern eher eine charaktervolle, pointiert artikulierte anstrebten, die tiefer lotete als gewöhnlich...
Nicht ohne Grund stand Mahlers einziger vollendeter Quartettsatz, den der 16-jährige in jugendlich-drängender Emphase schrieb, vor Schnittkes Quartett. Denn hier zitiert dieser aus Mahlers Fragment. Und es war frappierend zu verfolgen, wie die vom Geiste Mahlers inspirierte Musiksprache Schnittkes das Zitat integrierte, wie die Entwicklung sich immer stärker emotional auflud, um in die sehr zurückgenommene Mahlerstelle zu münden. Keine Spur von "aufgesetzt", vielmehr Einbindung auf gleicher "Wellenlänge".
War hier die Qualität der Darbietungbereits auf dem Höhepunkt, so schien sie im frühen Brahms-Quartett g-Moll noch darüber hinaus zu gehen. Das rückhaltlose Engagement aller Beteiligten zeichnete ein facettenreiches Bild, das den inhaltlichen Reichtum in gelöstem Musizieren verschwenderisch offenbarte. |